Willkommen in das Leventina Tal, wo die Felsen streifen den Himmel
Die Leventina, das Livinental, Meter für Meter dem Berg entrissen in einem Kampf, der den Charakter der Menschen geprägt hat. Ein Charakter, hart wie das Gotthardmassiv, aber auch gastfreundlich wie das Hospiz, das die vom Sturm geplagten Reisenden aufnahm. Es ist ein Land starker Emotionen, ein Land, das niemand verlässt, ohne den Preis des Heimwehs zu bezahlen. Der Sommer ist eine Explosion von Grün und Blau, die im engen Tal mit den gedämpften Farben der Steinhaufen wetteifert. Eisenbahnen und Automobile streifen die grünen Weiden, aber eine alte Postkutsche, von Pferden gezogen, die wie eine Lokomotive schnauben, nähert sich auf einer steilen Strasse mit engen Kurven dem berühmtesten aller Alpenpässe. Es bleibt kaum Zeit, um die Schönheit dieses engen Tales zu bewundern, das sich nur selten weitet, um das Auge des Reisenden zu verwöhnen. Der Weg ist schon das Ziel: Bezaubert vom königlichen Kleid einer grosszügigen Natur, umgeben von Alpenrossen und Heidelbeeren, strebt man mit dem regelmässigen Schritt des Sennen, der jeden Sommer das Vieh auf die würzigen Almweiden treibt, der Höhe entgegen. Wer es eilig hat, besteigt eine kühne Seilbahn, um als Erster den Blick auf die wie Edelsteine funkelnden Bergseen zu werfen, in denen sich die Berggipfel spiegeln. Der Duft frisch gebackenen Brotes steigt in die Nase, der Geruch nach Almkäse, den geschickte Hände aus Strömen von Milch gewinnen, weckt Appetit. Weiss wie die Milch sind im Winter die verschneiten Hänge, die zu einer stiebenden Abfahrt verleiten. Am Ziel setzt man sich in fröhlicher Gesellschaft vor den Kamin, um mit Gesang und Wein eine Freundschaft zu besiegeln, die so dauerhaft sein möge wie die ewigen Gletscher. Es sind die Terre di Leventina, wo Glockentürme aus der Höhe winken, Festungen sich in den Felsen verstecken, Wärter einer Geschichte, die so manches Heer durch die abweisenden Schluchten ziehen sah. Es sind die Terre di Leventina, nur einen Schritt vom Himmel entfernt.
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