Kulturelle Spaziergänge

Willkommen in Bellinzona

Geschätzte Gäste, liebe Besucher von Bellinzona, wenn Sie auf Ihren Spaziergängen durch die Strassen der Stadt und Umgebung den vier Routen folgen, die wir Ihnen in diesem Führer vorschlagen, werden Sie durch mehrere tausend Jahre Geschichte wandern, deren Zeugnisse sich heute in ungewöhnlicher Frische präsentieren. Für die Bewohner des mittelalterlichen Stadtkerns gehört der Reiz der alten Bauten, der grossartigen Burgen und des reichen künstlerischen Erbes ebenso wie der Anblick hervorragender Beispiele neuerer Architektur zum Alltag.

Wer jedoch mit frischen Sinnen um sich blickt, wird rasch die Bedeutung dieser Zeugen von Kultur und Geschichte erkennen. Es sind einzigartige Beispiele für die Entwicklung in diesem Zipfel der Lombardei, der bis zum Alpenkamm reicht. Hier kann man den ureigensten Charakter des Tessins entdecken und in der Hauptstadt vereinigt sich die sanfte Atmosphäre der Ebene mit der kraftvollen Präsenz der Berge. All dies ist leicht zu Fuss erreichbar. Der Rundgang beginnt am besten im Zentrum, bei den historischen Wehranlagen, die der Stadt den Namen "Turrita", die "Stadt der Türme", eingebracht haben.

Seit dem Jahr 2000 gehören die Türme, Mauern und Burgen zum Weltkulturerbe der UNESCO, welche damit die Einzigartigkeit der Festungsanlage anerkennt, die den Alpen-Transitverkehr auf der Nord-Südachse kontrollierte. Dadurch wurde die Stadt zugleich Schlüssel zu den Alpen und Tor zur Lombardei. Der Name Bellinzona taucht erstmals in einem historischen Dokument aus dem Jahr 590 vor Christus auf. Die Ursprünge der Stadt verlieren sich im Dunkel der Zeiten. In der Altsteinzeit (5300 - 5000 vor Christus) siedelten die ersten Bewohner auf dem granitenen Felssporn, auf dem heute Castelgrande thront. Hier fanden sie eine Quelle und einen sicheren Horst, der die Kontrolle der alten Verbindungsroute zwischen dem Hügel und der linken Talflanke erlaubte. Zunächst beschränkte sich die befestigte Siedlung auf die Hügelkuppe, doch bald dehnte sie sich gegen Süden aus. Den Römern diente die Stadt als Vorposten gegen Gefahren aus dem Norden. Hier kämpften Franken gegen Langobarden. Im Mittelalter war sie Königen und Kaisern, dann der Stadt und dem Bischof von Como sowie den Herzögen von Mailand aus den Familien der Visconti und der Sforza untertan.

Die Wechselfälle in den Herrschaftsverhältnissen und der europäischen Bündnispolitik führten dazu, dass Bellinzona bald nördliche Grenze der Poebene, bald südlicher Bastion der Alpentäler wurde. Diese besondere Situation erlaubte es der Stadt, dank dem Handel zwischen Italien und dem übrigen Europa zu wachsen und zu florieren. Kurz nachdem die Mailänder im Jahr 1479 die Burg Sasso Corbaro und die neue imposante Wehrmauer mit der (heute verschwundenen) Brücke über den Fluss Ticino gebaut hatten, geriet die Stadt im Jahr 1500 unter die Herrschaft der Eidgenossen. Zusammen mit den übrigen Landvogteien des Tessins hielt diese Situation an bis zur Bildung des Kantons im Jahr 1803. Im 19. Jahrhundert bestimmte der Bau der Gotthardbahn das Tempo der Stadtentwicklung. Erstmals wuchs sie über die noch immer wahrnehmbaren Grenzen der Stadtmauern hinaus.

Im Schutz der drei Burgen und teilweise noch heute von massiven Mauern umgeben, präsentiert sich Bellinzona, vor allen im historischen Zentrum, im typischen Stil mittelalterlicher lombardischer Städte. Die alten Patrizierhäuser entlang den engen Gassen zeugen zusammen mit den Überresten der einstigen militärischen Macht und den übrigen architektonisch bedeutenden Bauten von der vornehmen Vergangenheit der Stadt. Bellinzona, eine Stadt, deren Beschaulichkeit man geniessen kann, ist auch idealer Ausgangspunkt für Ausflüge und Erkundungsfahrten in die Umgebung, die eine Vielzahl von kulturellen Attraktionen und Naturschönheiten bietet. Der Samstagsmarkt im Stadtzentrum, die Fastnacht "Rabadan", die Konzerte, die Theater- und Sportveranstaltungen, die gastronomischen Sonderangebote und die Weindegustationen bieten regelmässig Gelegenheit zu spontanen Begegnungen zwischen Einwohnern und Gästen.

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